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Sonntag, 18. August 2019

SUNDAY THOUGHTS | 5 Dinge, die ich in den letzten Jahren gelernt habe



IT'S NOT WHAT HAPPENS TO YOU. IT'S HOW YOU DECIDE TO HANDLE IT.



Die letzten sieben Jahre waren vermutlich die härtesten meines Lebens. Kein Jahr verging ohne dass mein Leben von Schicksalsschlägen auf den Kopf gestellt wurde. Ich könnte wütend sein, einen Groll hegen oder das Vertrauen in das Gute gänzlich verloren haben - und das wäre womöglich nachvollziehbar. Doch dem ist nicht so. Ich bin dankbar. All das Chaos, all die Herausforderungen, all die Rückschläge haben mich zu der Person werden lassen, die ich heute bin. Sie haben es mir ermöglicht die Welt aus einem völlig anderen Blickwinkel zu sehen. Und vor allen Dingen ermöglicht zu begreifen, wie fragil das Geschenk des Lebens wirklich ist.



Das vergangene halbe Jahr nutzte ich bisher um viele Dinge zu reflektieren, zu verarbeiten und um zu analysieren welche Erkenntnisse ich daraus mitgenommen habe. Zusammenfassend komme ich auf fünf übergeordnete Life Lessons die im Prinzip alles wichtige berücksichtigen. Dinge lassen sich natürlich niemals pauschalisieren, aber doch lassen sich immer wieder ähnliche Muster erkennen, denen man mit einem guten Mindset auf jeden Fall erfolgreich begegnen kann. Denn es geht im Leben niemals darum was dir widerfährt, sondern nur darum was du daraus machst.

1. Mutig sein wird belohnt


Ich denke jeder von uns kennt Selbstzweifel. Diese sind natürlich nicht prinzipiell nur negativ, aber sie limitieren uns in unseren Entscheidungen und unserem Selbstvertrauen. Für unseren Verstand erscheint es zumeist einfacher in der gewohnten Umgebung zu bleiben. Seien es Beziehungen, Jobs oder zum Beispiel der Wohnort. Selbst dann, wenn wir im Grunde unseres Herzens bereits wissen, dass wir dort nicht mehr richtig glücklich sind. Doch mutige Entscheidungen treffen zu können, setzt voraus, bedingungslos ehrlich zu sich selbst zu sein. Noch so etwas wahnsinnig mutiges. Wir müssen an einem Punkt in unserem Leben verstehen, dass es immer einfach ist das zu tun was man schon immer getan hat. Und da zu sein, wo man immer schon war. Im besten Fall "sicher" - eines unserer natürlichen Grundbedürfnisse. Doch Sicherheit und wahrhaftiges Glück sind nicht immer das Gleiche. Erst wenn wir ehrlich sind - zu uns selbst und zu unseren Träumen, können wir unser Leben danach ausrichten.  Ich habe gelernt, dass es unfassbar mutig ist, für sich selbst einzustehen. Für alles was das eigene Selbst umfasst. Für alles was man ist und was man nicht ist. Für alle seine Stärken und Schwächen. Wenn man beginnt wirklich ehrlich zu sich selbst zu sein - zu seinen Gefühlen, seinen Gedanken und seinen Ansichten - dann können wir Teile unseres Selbst entdecken, die wir vorher nie kannten. Dann können wir uns kennen lernen wie wir wirklich sind. Und dann können wir erkennen was wir wirklich wollen. Wofür wir wirklich hier sind. Wir müssen nicht alles perfekt können und alles ins kleinste Detail geplant haben, bevor wir einen großen Schritt wagen. Wir müssen viel öfter einen Schritt wagen und Vertrauen darauf haben, dass wir alles Notwendige noch auf unserem Weg lernen werden. Denn das einzige was schlimmer ist als eine falsche Entscheidung zu treffen, ist überhaupt keine Entscheidung zu treffen.

2. Richtiges Wachstum tut weh


Seine Komfortzone zu verlassen und etwas Neues zu wagen, erfordert Mut und vor allem eines - Wachstum. Wir können nie werden wer wir sein wollen, wenn wir so bleiben wie wir sind. Wachstum bedeutet sich selbst genauestens zu reflektieren, an sich zu arbeiten, sich Herausforderungen zu stellen, Dinge zu tun die man eigentlich nicht so gut kann. Erst wenn wir unsere Schwächen für das akzeptieren was sie sind, können wir aktiv werden und an ihnen arbeiten. Damit sie eben eines Tages nicht mehr unsere Schwächen sind. Versteht mich nicht falsch - das bedeutet keinesfalls einem Idealbild hinterher zu eifern, aber wir sollten uns viel öfter mehr zutrauen. Wachstum bedeutet im Übrigen nicht, dass man keine Selbstzweifel mehr hegt, dass man keine limitierten Gedanken mehr denkt oder dass man der Überzeugung ist, dass man alles bekommt was man sich wünscht. Wirkliches Wachstum bedeutet all diese Dinge zu fühlen und zu erleben, aber dass diese Gedanken nicht mehr definieren wer du bist, was du tust oder wie du dich deshalb verhältst.


3. Perfektionismus lohnt sich nicht


Es gibt einen konkreten Satz, der sich bei mir wie eingebrannt hat. Ich traf mich eines nachmittags mit einem guten Freund in Frankfurt in einem Café. Ich war nie wirklich ein Mensch der sich von der Meinung anderer Menschen hat beeinflussen lassen. Trotz meines sehr ruhigen Wesens, habe ich immer klar meine Meinung vertreten. In jüngeren Jahren gerne auch durch Kleidung, Piercings,  und so weiter. Doch es gibt viele Menschen - ich betone sehr viele Menschen - die sich hinsichtlich jeglicher Belange fragen, was die anderen wohl über sie und ihre Entscheidung denken. Hierzu sagte mein Bekannter: "Dieses Leben gehört dir nicht, wenn du dich immer darüber kümmerst was andere über dich denken." Ich wüsste nicht, wie man die Quintessenz daraus besser zusammenfassen könnte. Dieses Leben ist nicht DEIN Leben, wenn du darüber nachdenkst, was jemand anderes über dich denkt. Nein, nicht denkt. Denken würde. Und das macht es eigentlich noch schlimmer. Wir können nicht wissen was andere denken. Und vor allen Dingen sollte es uns egal sein was andere denken. Sich hierüber Gedanken zu machen ist nicht nur unsinnig, es ist eine reine Zeitverschwendung. Hinter diesem Muster liegt vor allen eines verborgen: der Drang nach Perfektionismus und der Wille nach Angepasstheit. Dazuzugehören. Nicht aufzufallen. Der Norm zu entsprechen. Doch wenn etwas nicht erstrebenswert im Leben ist, dann ist es schätzungsweise Perfektionismus. Wir machen uns verrückt (meistens wegen des Bildes der anderen über uns) und lassen das wirkliche Leben (wie wir es uns im tiefsten Inneren wirklich wünschen würden) an uns vorbei ziehen. Menschen fühlen sich im Generellen übrigens nicht durch Perfektionismus verbunden, sondern durch Menschlichkeit. Und wie andere deine Makel interpretieren oder werten, sagt rein gar nichts über dich selbst aus. Nur über sie.  Fehler und Makel sind unumgänglich. Kein einziger aufrichtiger Weg führt daran vorbei. Das einzige was zählt, ist unsere eigene Einstellung dem gegenüber.


4. Alles was du hast ist dieser Augenblick


Man hört immer wieder wie schnell dieses Leben vorbei sein kann. Wie zerbrechlich das Leben ist. Wie kostbar jeder Moment sei. Ich kann nur für mich sprechen, bewusst war mir das zwar immer, aber so richtig realisiert habe ich es erst, als ich 2012 plötzlich dem Tod näher als dem Leben war. Von einer Sekunde auf die nächste hat so vieles plötzlich Sinn gemacht. Es war als hätte ich von jetzt auf gleich ein wirkliches, tiefes Verständnis für alle die Zitate und Redewendungen über das Leben. Manche können es sich vielleicht besser vor Augen führen als andere, und das ist ich überhaupt nicht schlimm. Jeder kleine Schritt in Richtung des Bewusstseins, dass dieses Leben endlich ist (für uns alle!), ist ein Schritt in die richtige Richtung, hin zu dem Leben, dass du wirklich leben solltest. Was in den ersten Jahren für mich noch minütlich präsent war, geriet in den letzten Jahren auch wieder mehr in den Hintergrund. Doch ich versuche mehrmals am Tag mein Bewusstsein wieder darauf zu lenken. Auf die Endlichkeit dieses Geschenkes. Denn nur ein wertgeschätztes Leben, ist ein erfülltes Leben. Wenn ich einen Tipp hierfür geben kann, dann ist es dieser hier: Das Leben wird wesentlich bedeutungsvoller, wenn du die Tatsache realisierst, dass du niemals den gleichen Moment zweimal erleben kannst.


5.  Genauso wichtig wie zu wissen man will, ist zu wissen, was man nicht will


Über Jahre hinweg wird man dazu hin erzogen, für sich herauszufinden was man möchte. Angefangen bei simplen Dingen wie bei der Eissorte, bis hin zu dem einen Beruf den man ergreifen möchte. Das ist in erster Linie auch sehr verständlich. Ziele, wie die beruflichen, geben uns eine Perspektive. Etwas woran wir uns orientieren können. Sie geben Struktur. Doch es gibt etwas das zumeist außer Acht gelassen wird. Mindestens genauso wichtig wie zu wissen was man will, ist zu wissen was man nicht will. Diese Erkenntnisse musste ich, zugegeben, auf die harte Tour lernen. Sowohl beruflich, als auch im privaten Leben. Zu wissen was einem nicht gut tut, was einen belastet hat, was man nicht mehr tolerieren möchte, hilft dabei bessere Entscheidungen zu treffen. Es ist mehr als lohnenswert das eigene Leben hin und wieder mal zu evaluieren. Zu beobachten was einem mehr Energie gibt, und was einem diese wieder raubt. Entscheide für dich was für ein Leben du wirklich leben möchtest. Und dann sage "Nein" zu allem was nicht zu der Vorstellung dieses Lebens passt. 


Und gehe mit dir und deinem Leben keine Kompromisse ein. Du bist alles was du hast.




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